SONNTAG,  25. Mai 2014  um 14.00 Uhr

 Altenberger Dom 

Johann Sebastian Bach  (1685-1750)  

Magnificat in D-Dur, BWV 243

und

Georg Friedrich Händel  (1685-1759)

Ode for Cecilia's Day HWV 76

Solisten, Chor und Orchester

Constanze Backes, Sopran
Friedericke Britsche, Mezzosopran
Schirin Partowi,Alt
                                                                                                                                                                                        Marcus Ullmann, Tenor                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Georg Gädker, Bass
 

Oratorienchor Köln 

Neues Rheinisches Kammerorchester   

Andreas Meisner, Dirigent      

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 Odenthal - 27.05.2014 

Altenberger Dom 

Komposition als Abbild der Schöpfung

 

60 Jahre Geistliche Musik im Dom war Thema

des Konzertes von Oratorienchor Köln und 

Neuem Rheinischen Kammerorchester.
Foto: Dehniger 
 

Von Dietlind Möller-Weiser

Der Oratorienchor Köln, das Neue Rheinisch Kammerorchester und einige Solisten haben mit einem Konzert 60 Jahre Geistliche Musik im Altenberger Dom gefeiert. Auf dem Programm standen Stücke von Bach und Händel. 

60 Jahre Geistliche Musik im Altenberger Dom galt es jetzt zu feiern. Der Oratorienchor Köln unter der Leitung von Andreas Meisner tat das ausgiebig, das Neue Rheinisch Kammerorchester und Solisten halfen dabei.

Zunächst gab es Bachs Magnificat, bei dem man staunen durfte, wie leicht und transparent sich ein Chor, der die Vierung ausfüllt, durch die Fugen schlängelt, auf musikalisch wie technisch höchstem Niveau. Hervorragende Soli ergänzten: Constanze Backes (Sopran), Schirin Partovi (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Georg Gädker (Bass) bewältigten die entsprechenden Arien durchweg mit Bravour.

Für das Terzett „Suscepit Israel“ hatte sich Meisner etwas Besonderes einfallen lassen: Die Mezzosopranistin Friederike Britsche ergänzte die Damenstimmen, und so kam ein kompakter, homogener Frauenklang heraus. Andreas Meisner formte schön aus, ließ musikalisch hüpfen, wo es fröhlich ist, und machtvoll dröhnen, wo es gefordert ist. Dem runden Geburtstag huldigte vor allem Händels „Cäcilienode“. Dieses Werk ist philologisch etwas anstrengend, weil anlässlich des Tages der heiligen Cäcilie, Schutzpatronin der Kirchenmusik, hier die Rolle der Musik im Universum besungen wird. Seit der Antike, seit Pythagoras' Lehre von der Sphärenharmonie, aber auch in Händels Zeit ist die Harmonie der Musik ein Abbild der Schöpfung. Und so werden hier in langen Arien mit wenigen Chören die Verdienste der Musik beschrieben, mal biblisch, mal mythologisch. Die Musik dazu wird nicht oft aufgeführt, das merkte man ab und zu auch dem Orchester, ja in Kleinigkeiten sogar den Gesangssolisten ein wenig an – Solosopran und Tenor haben aber auch viel Arbeit in dem Stück, und die Partien sind technisch ebenso anspruchsvoll wie stilistisch.

Insgesamt gelang eine schöne Aufführung mit hervorragenden Instrumental-Soli, denn die Instrumente werden im Einzelnen gepriesen, bevor sie der Rolle der Orgel den Vorrang einräumen müssen. Der Chor hat nur wenig zu tun, erledigte das aber in inspirierter Professionalität. Heftiger Applaus aus dem voll besetzten Dom dankte den Ausführenden – und auch eine zusammengekrachte Kirchenbank war schnell ausgetauscht. 

Artikel URL: http://www.ksta.de/odenthal/altenberger-dom-komposition-als-abbild-der-schoepfung,15189234,27260224.html

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