Foto: N.H. 54a

Samstag, 20. April 2013 um 20.00 Uhr

KÖLNER PHILHARMONIE

Chorkonzert 5 

Per Nørgård: I Ching “The Gentle, the Penetrating“

Richard Rodney Bennett: After Syrinx II

Steve Reich: Nagoya Marimbas

- Pause - 

Carl Orff

CARMINA BURANA

Cantiones profanae (1934-36)

Lieder aus der Benediktbeurer Handschrift  

Neue Fassung für Mallet-Instrumente, zwei Klaviere und Schlagzeug     
Arrangement: Tibor Herczeg

Netta Or, Sopran

Alexander Schneider, Altist

Werner Volker Meyer, Bariton

Mädchenchor am Kölner Dom

Oratorienchor Köln   

mallArt ensemble :

Adam Weisman, Berlin

Eirik Raude, Oslo

Laurent Mariusse, Lyon 

Rares Caluseriu, Indianapolis

Tibor Herczeg, Köln 

Andreas Meisner, Dirigent  

Netzwerk Kölner Chöre gemeinsam mit KölnMusik  

 

                                                                    Foto: N.H. 59a    

Mallet (engl.) - Instrumente: Familie der Stabspiele, u.a. Vibraphon, Celesta/Glockenspiel, Xylophon, Marimbaphon usw.

Eine neue Version der 'Carmina Burana' mit Mallet-Instrumenten stellt  sich vor.....

1937 komponierte Carl Orff seine szenische Kantate "Carmina Burana". Er schuf als einer der ersten Komponisten durch die besondere Instrumentation und Verwendung von mehreren, bis  dahin als Standard bezeichneten Orchester-Schlaginstrumenten eine völlig neue Klangdimension.

Die melodischen Schlaginstrumente beschränkten sich Anfang des 20. Jahrhunderts im Wesentlichen auf das Glockenspiel, Glocken und Xylophon als Orchesterinstrumente. Andere, wie das Vibraphon oder Marimbaphon, waren weniger bekannt. Einige Komponisten, wie z.B. A.. Berg, D. Milhaud, O. Messiaen oder P. Boulez, haben neue Wege gefunden, diesen Instrumenten eine größere, sogar solistische Rolle zu geben. Deren Bedeutung in der Musik nahm damit rasant zu. Orffs Instrumentation für Schlagzeuge ist sehr konsequent. Er gab deren Klangwelt einen eigenen großen Schwerpunkt und integrierte sie sehr gezielt in seine Kompositionen.

Durch den Einsatz von Orchester-Perkussionsinstrumenten in Carmina Burana entsteht eine äußerst definierte, hervorgehobene Klangansicht und -gestaltung, wobei sowohl die rhythmischen als auch die melodischen Klangeigenschaften in den Vordergrund treten.

Sechs Jahre nach dem großen Erfolg mit der Carmina Burana hatte Orff die nächste Premiere: Es entstand die zweite szenische Kantate Catulli Carmina, bei der er zum ersten Mal zusätzlich zum Xylophon ein "tieferes" Tenor-Xylophon einführte. Weitere zehn Jahre später in "Trionfo di Afrodite" instrumentierte Orff für ein noch tiefer klingendes Instrument, das Marimbaphon. Eindeutig suchte Orff die Möglichkeit, für neuartig klingende Stabspiel-Instrumente zu komponieren. Diese wurden generellvon ihmals Klangunterstützung und/oder Effekt-Instrumente verwendet. Sie sind aber in seinem kompositorischen Schaffen solistisch präsent, mit eigener und kraftvoller Klangstruktur.

Diese neue Version, für die heute als "Mallet-Instrumente" bezeichneten melodischen Schlaginstrumente, ist Orffs kompositorischem Denken, seinem Wunsch nach Integration dieser Instrumente in seine Klangwelt und nicht zuletzt seiner Liebe zur Welt der Percussion gewidmet. T.H. 

Aufführung mit freundlicher Genehmigung des Schott-Verlages, Mainz

                                                     - - - - - - - - 

 

CARMINA BURANA Carl Orff    -    Tibor Herczeg - Arrangement   

Bevor es so weit war, musste ein langer Weg beschritten werden, das weiß jeder, der sich mit Chorarbeit beschäftigt und die Berichte im VDKC-Magazin verfolgt.  

Als Tibor Herczeg unserem Chorleiter, Andreas Meisner, von seiner Carmina-Bearbeitung berichtete, hatte er sich bereits viele Jahre mit der Umsetzung seines Wunsches befasst. Der Funke der Begeisterung sprang über. Jeder, der mit dem Projekt Beschäftigten schöpfte letztendlich seine Möglichkeiten aus, um dieses interessante Projekt auf den Weg zubringen.  

Nachdem passende Räumlichkeiten gefunden und die finanzielle Absicherung endgültig geklärt war, konnten die Proben mit Klavierbegleitung beginnen. Für den Chor war es wieder eine interessante Herausforderung, die uns immer mehr in ihren Bann zog. Alle wollten diese Erstaufführung mit bestmöglichem Ergebnis erreichen. Die Latte lag hoch, eine spannende Zeit begann. Wir hatten zwar eine Vorstellung von Mallet-Instrumenten, brauchten aber einige Fantasie, um uns das endgültige Klangergebnis vorzustellen.   

In der letzten Probenphase vor dem Konzert öffnete sich vor den Chorsängern diese Klangwelt. Eine Vielzahl dieser Instrumente füllte die Bühne aus und übernahm die Melodienlinien des ursprünglichen Orchesterparts, den einige von uns von früheren Aufführungen kannten. Die fünf Solisten des mallArt ensembles waren durch den schnellen Wechsel der unterschiedlichsten Schlegel/Klöppel, Cellibögen usw. vielseitig an ihren Instrumenten gefordert. Es war erstaunlich, in welchem Tempo die Meister ihres Fachs diesen Part absolvierten. Zu diesem Ensemble gesellten sich die üblichen Percussion-Spieler sowie zwei Pianisten, drei Solisten und ein Kinderchor. Das Werk erhielt den letzten Schliff. - Inzwischen zeichnete sich ab, dass der Konzertsaal der Kölner Philharmonie mit seinen über 2000 Plätzen wohl ausverkauft sein würde...  

Hoch motiviert trafen wir uns am Konzerttag zur Anspielprobe im Konzertsaal. Die gemeinsame Zeit des Probens ging zu ende und sollte nun einen bestmöglichen Abschluss finden. An den Aufwand an Zeit und Energie dachte in dem Moment niemand mehr. Jeder war Teil dieses außergewöhnlichen Projekts. - Lang anhaltender, mit lauten Bravo-Rufen durchsetzter Applaus, durchbrach am Ende die knisternde Anspannung.......                                                                            B.F.  12.05.2013

Additional information