Mai  2012  KONZERTREISE   PARIS  &  ALTENBERGER DOM 

PARIS         ÉGLISE de la TRINITÉ 

Samedi         12  Mai 2012  à  21.00h  

Dimanche     13  Mai 2012  à  15.00h

Centenaire de sa mort  / zum Gedenken seines 100. Todestages

Jules Massenet    (1842-1912)

'LA TERRE PROMISE' 

oratorio pour soli, chœur et orchestre, pour la première fois à Paris depuis 1900 

Oratorium für Soli, Chor und Orchester, zum ersten Mal seit 1900 in Paris.                                                                                                        

Sabine Revault d’Allonnes, soprano

Patrick Garayt, ténor

Jean-Louis Serre, baryton 

Chœurs Elisabeth Brasseur, Ensemble Choral a Contretemps, 

Chœur de Cernay-la-Ville, Ensemble Polyphonique de Versailles 

dir.: Jean-Pierre Lo Ré

Oratorienchor Köln, dir: Andreas Meisner  

Les Cuivres de Guy Touvron, Orchestre Français d'Oratorio

violon solo: Sotiris Kyriazopoulos

orgue: Andreas Meisner

direction: Jean-Pierre Lo Ré

 

sowie

Samstag, 19. Mai 2012         20.30 Uhr -  ca. 22.00 Uhr

ALTENBERGER DOM,  Odenthal  

Eröffnungskonzert des Altenberger Kultursommers

Johannes Brahms: Haydn-Variationen zum „Chorale St. Antoni“ op. 56a

Dirigent: Werner Ehrhardt

Jules Massenet:     'LA TERRE PROMISE'        /  Das verheißene Land

Dirigent: Andreas Meisner

 

Sabine Revault d’Allonnes, Sopran

Patrick Garayt, Tenor

Jean-Louis Serre, Bariton

 

Chœurs Elisabeth Brasseur, Ensemble Choral a Contretemps, 

Chœur de Cernay-la-Ville, Ensemble Polyphonique de Versailles

Leitung: Jean-Pierre Lo Ré   

Oratorienchor Köln, Leitung: Andreas Meisner

Neue Philharmonie Westfalen 

 

Eintrittskarten :   35,- / 30,- / 20,-/ 15,- €

  

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Die üblichen Vorverkaufsstellen ab 1. April und

www.altenbergerkultursommer.de, www.koelnticket.de,

Abendkasse eine Stunde vor Beginn

Eine Veranstaltung des Fördervereins Kultursommer Odenthal-Altenberg e.V.

und der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde Altenberg

 

 

Massenet ‚La terre promise‘ – Text und Kontext

Das Libretto und seine biblische Grundlage

Jules Massenet komponierte 1897 nicht nur die Musik zu ‚La terre promise‘ , er schrieb auch den Text dafür selbst. Als Grundlage für sein Libretto verwendete er die Vulgata, die lateinische Übersetzung der Bibel. Er wählte aus dem Alten Testament drei Szenen bzw. Themen aus, die den Weg des auserwählten Volkes in das verheißene Land beschreiben: Der erste Teil des Oratoriums handelt von dem Bund, den Gott mit seinem Volk durch den Vermittler Mose schließt (Deuteronomium), der Verheißung ist aber auch wechselseitiger Bund. Das Volk soll nach Gottes Geboten leben. Als zweites Thema stellt Massenet den Untergang Jerichos in den Mittelpunkt (Josua 6). Gott erweist sich hier für das Gottesvolk als starker Gott. Im letzten Teil des Oratoriums schließlich kommt das Volk im verheißenen Land an (Josua 13 ff).

Geht der Weg ins ‚verheißene Land‘ über Leichen? – Opferkult und Gewalt

Auf den ersten Blick mag der Text uns heute an einigen Stellen als Verherrlichung von Gewalt erscheinen, als ein Lied auf den Niedergang einer ganzen Stadt, als brutales Niederschlagen ganzer Völker… Das soll Bibeltext sein – Gottes Wort?

Brandopfer sollen dargebracht werden… und das auch noch fröhlich! Opfer (frz./engl. holocauste) – das ist in unserem Sprachgebrauch nach dem Zweiten Weltkrieg ein belastetes Wort. Der biblische Umgang damit ist davon noch völlig frei; und so hat Massenet ihn musikalisch umgesetzt. Opferkult ist kein ursprünglich biblisches Thema, sondern in allen Religionen und Kulturen zu finden. Ein Opfer diente vor allem dazu, mit Gott in Kontakt zu kommen. Im Opferkult wird etwas Unsichtbares – der Glauben – sichtbar. Besonders in den Kriegen, von denen im Alten Testament die Rede ist, hält das Volk am Opfer fest. Es erwartet dadurch Rettung aus der ‚ausweglosen‘ Situation‘. Aber warum jetzt ‚blutige‘ Brandopfer, bei denen ein ganzes Tier geopfert wurde? Blut ist hier die Verkörperung des Lebens und damit das heiligste, was geopfert werden konnte. Menschenopfer sind der Bibel fremd.

In keinem anderen Buch der Bibel ist von so viel Gewalt und Vernichtung die Rede, wie im Buch Josua. Das Volk – das tatsächlich zur Entstehungszeit des Bibeltextes in größter Ohnmacht lebte - stellte sich die Landnahme, den Weg ins verheißene Land eben genau so vor – machtvoll. Alle sollten von der Stärke des Volkes und damit verbunden seines Gottes hören und ihn fürchten. Historisch ist der Untergang Jerichos nicht. Das Land war kaum besiedelt und schon gar nicht befestigt. Schon zur Zeit der Abfassung des biblischen Textes fanden sich aber architektonische Spuren einer großen Stadt, die untergegangen sein musste. Der Text des Josuabuches ist eine legendenhafte Erzählung mit der man sich alte Ruinen erklärte unter Glorifizierung der eigenen Vergangenheit. Es handelt sich also um ein ideelles Konstrukt – ein Sinnbild für die im Glauben geforderte Konsequenz.

 Das Ziel des Weges - Erfüllte Sehnsucht

Das Volk wird endlich von Gott an sein Ziel geführt. Unvorstellbares Glück nach den Qualen des Weges ... In der Musik wird es absolut deutlich - es geht um mehr als das Land. Es geht um die erfüllte Sehnsucht und die Erfahrung, dass die Verheißung kein leeres Versprechen war. Gott, der sich als mächtig gezeigt hat, führt sein Volk liebevoll ans Ziel. In Frieden - hier ist nicht mehr von Gewalt und Übernahme die Rede, sondern vom Frieden der uns verheißen ist.

Clarissa Vilain